Ich werd jetzt Fahrradmodel

– Achtung, das ist Ironie!

Manchmal muss man ja auch über sich selbst lachen. Ich mach das ja mindestens einmal täglich. Zum Beispiel, wenn ich mal wieder irgendwo gegen gelaufen bin, wenn ich mir etwas auf mein frisches Shirt kleckere oder wenn ich mal wieder ganz tief in ein Fettnäpfchen hüpfe. Ich bin halt manchal tollpatschig und etwas verplant, aber ich lache darüber und ich finde, das man sich nicht immer ganz so ernst nehmen sollte. Heute soll es aber nicht um Tollpatschigkeit gehen, sondern darum, dass ich über mich bzw. über mein Vergangenes-Ich lachen will.

Da ich in letzter Zeit viel im Zug unterwegs bin, habe ich auch viel Zeit, um Bilder zu bearbeiten und Blogposts vor zu schreiben. Als ich auf der Rückfahrt aus Salzburg war (dazu gibt es hier auch bald einen Post!) hab ich durch meine Bildergalerie gescrollt und bin dabei auf alte Outfitbilder aufmerksam geworden. Dabei war auch das, welches ich euch heute zeigen möchte und dazu möcht ich mal ein paar ehrliche und selbstironische Worte loslassen und hoffe, dass ihr euch damit identifizieren könnt, bzw. versteht, wie ich mich in den letzten Jahren verändert hab.

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Die Bilder sind übrigens aus dem Juli 2014 – also jetzt fast 2 Jahre her und ich finde es selbst so interessant, wie ich mich in der Zeit verändert hab. Nicht nur vom Aussehen, sondern ganz besonders von der Art, wie ich pose und wie ich Outfits „zusammengestellt“ hab. Zwar habe ich damals natürlich auch immer schon meine typischen Grimassen- bzw. Knutschbilder gemacht, aber trotzdem sehe ich mich heute ganz anders und ich habe auch meinen Stil gefunden. Man sieht es natürlich auf den Bildern nicht, aber ich habe damals manchmal solche Outfits „konstruiert“, nur damit ich neunen Kontent auf dem Blog hatte. Ich habe mich angezogen, wir sind rausgegangen, haben Bilder gemacht und sind dann wieder reingegangen. Ich glaube, das machen viele Fashionblogger so, aber ich muss sagen, wenn ich heute so darüber nachdenke, find ich es ganzschön albern. Ich möchte ja zeigen, was ich alltäglich trage und euch damit inspirieren, wie man Alltagskleidung miteinander kombinieren kann und aus Basics ein tolles Gesamtoutfit zusammenstellen kann. Darum würde ich heute auch niemals wieder so ein Outfit zusammenstellen, wie ihr heute zu sehen bekommt.

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Fangen wir mal dabei an, dass ich auf den Bildern mit meinem mintfarbenen Fahrrad pose. Und zwar hatte ich das Rad damals ganz neu und wollte es natürlich präsentieren (doof nur, dass ich die Bilder dann nicht damals direkt veröffentlicht hab, ich Doofi). Ich stehe also, wie ein „Fahrradmodel“ (gibt es sowas?) neben diesem hübschen Gefährt und versuche irgendwie damit zu posen. Gut, ihr wisst ja, dass ich die „Posingqueen“ bin und eh immer irgendwelche komischen Verrenkungen mache und Grimassen schneide, aber irgendwie wirken die Bilder, wenn ich sie mir jetzt anschaue total gestellt aus – oder seh nur ich das so?

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Dass das Rad präsentiert werden soll, stand also fest und so schaute ich in meinem Kleiderschrank nach einem farblich passenden Outfit und fand die weiße Shorts und das mintfarbene lockere Top (welches ich heute übrigens noch immer total gern trage). Das Genialste daran ist aber, dass ich dazu dann noch die mintfarbenen Ohrringe kombiniert habe – die passen farblich zwar perfekt zum Rad und Top, aber zum Fahrradfahren sind diese Ohrringe total albern und unpassend. Würde ich diese Outfitbilder so auf einem anderen Blog sehen, würde ich es sofort für unauthentisch abstempeln und wahrscheinlich gar nicht weitergucken. Das Outfit an sich würde ich auch heute noch so tragen, aber nicht mit den Ohrringen (die sind eh schon in einer der vielen Flohmarktkisten gelandet – will sie jemand haben?) und dann auch nicht in Kombination mit dem Fahrrad.

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Was mir neben den Ohrringen, meinen lustigen Posen und dem hübschen Fahrrad im Mittelpunkt noch aufgefallen ist: meine Wangen! Hallo, was hab ich denn da gemacht? Bin ich im Rougepott ausgerutscht? Mehr rot ging wohl nicht drauf auf die Wangen, wa!? Ich weiß noch, dass ich damals viel experimentiert habe und auch, dass ich festgestellt habe, dass man sich für Fotos mehr schminken muss, da es sonst untergeht, aber hier hab ich es wohl ein bisschen übertrieben. Und wenn ich das auf nem anderen Blog gesehen hätte, wäre mir wahrscheinlich direkt der Spruch:“Na, war mal wieder Schminke in der Wendy?“ eingefallen. Dass ich kein Beautymädchen bin und einfach zwei linke Hände hab, das weiß ich selber, aber dass ich damals überhaupt so rausgegangen bin, kann ich gerade nicht nachvollziehen. Vielleicht hab ich nicht in den Spiegel geguckt? Das könnte die einzige Ausrede sein. Ansonsten muss ich wohl sagen: Gut, dass ich jetzt erwachsener und irgendwie „anders“ bin.

In so fern anders, als dass ich mich nicht extra schminken würde und mir irgendein „achso tolles“ Outfit zusammenstellen würde, nur um Fotos für den Blog zu machen. Wenn wir unterwegs sind und die Kamera dabei haben, macht mein Mann manchmal Bilder und wenn nicht, dann nicht. Ich mache mir einfach allgemein viel weniger Stress, das zu machen, was ggf. gut ankommen könnte. Ich trage ganz normale Alltagsoutfits (ja gut, auch mal ein Abendkleid), aber meistens zeig ich euch Basics, die ich untereinander kombiniere und die ich wirklich so im Alltag trage. Ich glaube, diese Entwicklung brauchte ich, um meinen Weg zu finden und zu wissen, dass ich nicht einer dieser „typischen Fashionblogger“ sein möchte. Ich möchte euch lieber von meinen Reisen erzählen, ein leckeres Rezept mit euch teilen und euch ein paar Tipps geben, wie man Nachhaltigkeit in den Alltag einbinden kann und manchmal gibt es auch mal mich in lustigen Posen mit einem netten Outfit zu sehen, aber dazu gibt es dann immer eine Geschichte oder meine Gedanken zu lesen.

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Seid mal ehrlich, wenn ich euch nicht diese Geschichte zu den Bildern erzählt hätte, hättet ihr dann gedacht, dass die Bilder aktuell sind und dass ich sie „ernst“ meine? Oder habt ihr schon erkannt, dass das nicht mehr mein „aktuelles Ich“ ist? Ich bin sehr gespannt! Und stellt ihr bei euch selbst auch manchmal solche Veränderungen fest? Erzählt doch mal!

2 Comments

  • strasskind sagt:

    Das ist ein ganz süßer Post. Dein Fahrrad hätte ich auch gern. Diese Hollandräder, so glaub ich nennt man die, finde ich total schick. Super praktisch um Dinge zu transportieren. Dein Outfit finde ich schon recht passend, weil es mich ein wenig an die frühere Zeit erinnert, wo Frau immer schick gekleidet war zu jedem Anlaß. Die Ohrringe sind zwar farblich super und sie stehen dir, aber ich würde sie nicht tragen. Meine Haare würden sich darin nur vertüddeln. Außerdem hab ich bei solchen Ohrringen nie Glück. Die gehen vorher immer schon kaputt :D Aber hättest du nicht geschrieben, dass die Bilder älter sind, hätte man das nicht auf den ersten Blick bemerkt. Es gibt so viele inszenierte Fotos, dass man da nicht so sehr drauf achtet. Trotzdem finde ich die Bilder total niedlich und sympathisch.

    Mir gefällt es die Veränderung eines Bloggers mitzuverfolgen. Besonders, wie die Posen oder Gesichtsausdrücke sich mit der Zeit verändern. Am Anfang gucken alle immer total schüchtern in die Kamera. Das ist immer total süß. Einige schauen immer total ernst, weil sie denken ohne lachen ist das Bild schöner. Das hab ich auch immer gedacht. Jetzt empfinde ich fröhliche Bilder mit lachen und auch mal Quatschposen als total schön.

    Liebe Grüss,
    Svenja

  • Miss Getaway sagt:

    Haha was für ein cooler Post. Ich kenne das, bin auch immer total überfordert beim Posen. Würde super gerne mal mein Fahrrad auf IG zeigen – lasse es aber lieber :D

    Love, Kerstin
    http://www.missgetaway.com/

Ich freue mich über jeden einzelnen Kommentar