Macht shoppen glücklich?

„Mein Schrank platz aus allen Nähten!“ – Dieses Phänomen sollte so gut wie jede Frau kennen.
Aber wieso ist das eigentlich so? Sind unsere Schränke zu klein, oder haben wir einfach zu viele Klamotten? Ich persönlich schiebe es natürlich immer auf zu wenig Platz, aber wenn man mal ernsthaft darüber nachdenkt, was man (bzw. eher Frau) alles so besitzt, dann kann man (und hier meine ich eher „Mann“) manchmal echt nur noch die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.

Jede neue Jahreszeit verleitet dazu, neue Kollektionen besitzen zu wollen. Jedes Jahr sind es andere Farben, die uns überzeugen und andere Trends, die natürlich mitgemacht werden müssen. Aber auch viele Basics werden in Massen gehalten. Aber wieso machen wir das? Wieso kaufen wir Frauen eigentlich 5 verschiedene weiße Blusen – eine mit Nadelstreifen, eine mit langen Ärmeln und eine mit kurzen und dann natürlich noch welche auf Reserve, falls die anderen mal schmutzig sind? Ich selber gehöre auch zu dieser Spezies und möchte mich gar nicht davon distanzieren oder behaupten, dass ich anders oder gar besser bin.

Ich möchte einfach mal darüber nachdenken, wieso wir das eigentlich so machen.

Einerseits kann man das Ganze aus geschichtlicher Sicht sehen – „Jäger und Sammler“ – wobei die Frauen schon immer die „Sammlerinnen“ waren. Da haben wir es – Frauen haben gehortet, dafür gesorgt, dass immer Vorräte da sind und keiner zu kurz kommt. Genau das wird einfach jetzt auf Kleidung umgesetzt. Bei mir ist es leider nicht nur Kleidung – es sind auch Taschen, Küchenutensilien, Dekokram und noch viel mehr… (Was meint ihr, wieso wir eine größere Wohnung suchen!? Haha!)

Aber das wäre zu einfach. Es wäre viel zu simpel zu sagen, das war schon damals so, darum ist es noch heute so. Ich glaube, das hat doch noch einen anderen Grund:

Nach dem Shoppen habe ich persönlich immer ein gutes Gefühl.
Dieses Gefühl, jetzt endlich alles zu besitzen, was ich schon immer besitzen wollte und unbedingt noch brauchte, um mich besser und vollkommener zu fühlen.
Gerade jetzt mit meinem Blog und dem Glück öfter mal etwas geschickt zu bekommen, fällt mir auf, dass ich trotzdem auf das Shoppen nicht verzichten kann. Eigentlich habe ich genug Klamotten, ich habe alles, was ich brauche, aber immer wieder seh ich in Schaufenstern irgendwelche tollen Teile, die mir irgendwie zu verstehen geben, dass ich sie unbedingt besitzen muss und dann landen sie auf einmal in meinen Einkaufstüten – echt psycho das Ganze! ;-)

Also irgendwie ist es eine Art „Glücksgefühl“, das mich umgibt, wenn ich neue Kleidung (Taschen, Schuhe, Deko…) gekauft habe. Ich fühle mich dann besser als vorher (jedenfalls rede ich mir das ein). Und so entsteht diese Sucht nach mehr. Dieses Verlangen, alles besitzen zu wollen, den Kleiderschrank zum Platzen bringen zu wollen. Nicht bewusst – aber unbewusst.

Bei mir soll das Ganze ein Ende haben! Ich möchte nicht mehr mit 2 vollen Tüten voller Zeug aus dem Shop rausgehen, welches ich dann nur ein paar Mal trage. Ich möchte bewusster einkaufen, wirklich darauf achten, dass ich nur kaufe, was ich auch wirklich brauche und darum werde ich mich mit qualitativ hochwertigen, guten Klamotten eindecken und diese dann lange schleppen!

Ja, das ist der Plan, wie lange ich das Ganze durchhalte steht in den Sternen.
Aber es ist erstmal ein Plan! ;-)

Wie siehst du allgemein diesen „Ich will und muss unbedingt alles besitzen“- Trend? Bist du auch so oder kannst du dich davon irgendwie frei machen? Wenn ja, dann nur her mit den Tipps!
Ich seh mich nämlich jetzt schon morgen an der Kasse eines Shops stehen und denken: „Ach komm, das brauchtest du jetzt unbedingt!“ ;-)

9 Comments

  • Aziza sagt:

    Hallo Anna, ein schöner Artikel. Ich denke auch, dass wir alle viel zuviel unbedacht kaufen. Und bin auch gerade dabei einen Einkaufsstop umzusetzen. Und danach nur ausgewählte Teile. Es ist wirklich schwerer als gedacht :-( Aber ich werde weiter dran bleiben, denn auch mein Kleiderschrank platzt aus allen Nähten, und die Hälfte hatte ich kaum davon an.
    Etwas mehr Bewusstsein schadet da nicht.
    Dein Blog ist ürigens auch sehr schön!
    LG Aziza
    http://berlin-capital-life.blogspot.de/

    • Annanikabu sagt:

      Liebe Aziza – danke für deinen Kommentar! Ja, du hast Recht. Es ist wirklich schwer! Aber ich denke, dass man durch das bewusstere Shoppen auch glücklicher ist und wirklich nur Teil kauft, die man dann auch liebt und andauernd trägt.. ;-)

  • Conny sagt:

    Das mit dem „bewusster EInkaufen“ klappt bei mir ganz gut. Ich habe mir ein Taschen-Verbot auferlegt und kaufe nur noch hochwertige Taschen, und das nur einmal pro Jahr, wenn überhaupt. Bei den Schuhen klappt das auch relativ gut, das Verbot betrifft bei mir vor allem Pumps, da ich davon wirklich genug in allen Farben rumstehen habe – und auch das klappt ganz wunderbar. Bei der Kleidung muss ich mich noch herantasten, denn irgendwie will man dann doch immer genau DAS eine Zara Teil haben, obwohl man bei dem Laden eigentlich nicht mehr einkaufen wollte… Super Artikel!
    LG, Conny
    Fashionvictress.com

    • Annanikabu sagt:

      Danke Conny für deinen Kommentar. Ich würde es nicht unbedingt als „Verbot“ ausprechen, dann hat es immer einen negativen Beigeschmack. Es ist ja einerseits dafür da, um zu sparen und anderseits, um einfach bewusster Dinge zu kaufen, die man auch wirklich braucht, oder auf die man schon lange gespart hat. Aber ein Verbot würde mich nur böse und sauer machen und dann würd ich mich dem einfach wiedersetzen und schlechte Laune haben! Aber cool, dass das bei dir so gut klappt! :-)

  • Anonymous sagt:

    Mir geht es leider genau so, manchmal denke ich mir ich bin kaufsüchtig! Habe es auch schon mit teuren Sachen probiert , aber trotzdem kaufe ich und kaufe ich!

  • Mensch mit Namen sagt:

    Hallo anna, schoen das du diesen gedanken mal laut aussprichst. Gerade bei fashionbloggern finde ich es immer krass wie oft und wie kleidung sie besitzen und sich fuer jede sasion eindecken muessen. An dieser stelle mach ich mal ein wenig seelenstreaptease. Ich war kaufsuechtig!! Das fuehrte bei mir dazu das ich zwar mit nem vollen kleiderschrank da stand aber 3000 euro schulden bei der bank hatte. Immer wenns mir schlecht ging oder gut ich meinte immer mich mit neuer kleidung *belohnen* zu muessen. Am ende fing ich an die klamotten zu hassen, ich musste saemtliche ersparnisse aufloesen um die schulden zu decken. Sowas geht schneller als man denkt. Ich musste proffessionelle hilfe in anspruch nehmen um da raus zu kommen. Ich musste begreifen das die menschen mich auch lieben wenn ich nicht den neusten schrei trage oder super rausgeputzt bin. Klingt banal, war aber ne echte huerde. Mittlerweile versuche ich neue lutfits aus meinem repertoire zusammenzustellen dabei denk ich dann zb. Hey ein roter schal wuerde das ganze echt aufpeppen. Dann geh ich in den laden und hol mir nen richtig tollen schal, der auch hochwertig sein darf. Wenn ich das dann kombiniere entsteht bei mir das gefuehl: hey ich trag ein richtig tolles outfit und meine freunde fragen dann oft: hey, hast du dir wieder was neues gekauft? Obwohl ich die kombi schon zehntausend mal getragen habe. So schaff ich es meine psyche zu ueberlisten. Und was ganz hart fuer die psyche ist…in einen laden reingehen und NICHTS! Kaufen, selbst wenn einem was gefaellt. Dann immer sagen: hey, wenn ich das teil in drei tagen noch haben will, hol ichs mir, wenn ich es morgen schon vergessen hab kanns ja nicht der burner gewesen sein. So hab ich, wenn ich einmal im monat losziehe richtig vorfreude und weiss was ich mir holen kann. Ich gehe mittlerweile viel bewusster mit meiner kleidung um. Sorry fuer den aufsatz aber das wollte ich loswerden. Issn fieser kreislauf.

    • Annanikabu sagt:

      Wow! Vielen Dank für deinen Kommentar! Der hat mich echt bereichert und ich hoffe, dass auch meine Leser ihn sich durchlesen werden!
      Darf ich sonst mal in einem anderen Post auf diesen Kommentar eingehen? wäre das ok für dich?
      Ich finde es irgendwie toll, dass ich nicht weiß, wer du bist, du mir aber durch deine Kommentare sehr vertraut rüberkommst!
      Danke, dass du dir immer so viel Mühe beim Schreiben machst und mich mit deinen Gedanken bereicherst!
      Darf ich fragen, ob du in England/Amerika lebst oder nur dort nur vorrübergehend bist?

      Liebe Grüße
      Anna

  • Mensch mit Name sagt:

    Oh, ich bin grad echt rot geworden. Geht mir aber auch so. Ich mag dich. :) Und nein. ich bin kein fetter alter Mann, der hinter seinem versifften Schreibtisch sitzt und gerne Bloggermädchen anschreibt :D ;) Also zu deiner ersten Frage: Natürlich kannst du sehr gerne meinen Kommentar verwenden. Die Gefahr das Maß zu verlieren ist enorm hoch, wenn man schon vorher ein Problem mit zu viel Shopping hat. Bei mir führte ein konkreter Schicksalsschlag dafür, das ich total das Bewusstsein für normales Einkaufen verloren habe. Und der Kreislauf ist schlimm. Denn auf das riesige Geldproblem folgt meistens noch nicht die Einsicht. Erst fängst du an dich in verschiedenen Etappen zu belügen, kaufst keine Klamotten mehr, fängst aber an andern Schrott zu kaufen und dir dann zu sagen: Ich brauche das ja auch wiiiirklich. Hm, Hm. Von wegen. Also ich kann ja mal nen Hinweis auf meine Identltät geben :) 1.Tipp: Ich habe dich bei Facebook gelikt 2. Tipp: Du besitzt sogar ein Foto von mir. :) Zu deiner Frage die gleichzeitig einen weiteren Tipp auf meine Identität gibt: Ich bin Halbamerikanerin, mein Vater kommt aus den Staaten, ich selbst war noch nie dort (die Kohle hat ja wie gesagt, haha, nie gereicht) Bin ja auch erst seit nem Jahr wirklich „clean“ und spare gerade fleißig um nächstes Jahr hinzufliegen um meinen Vater zu suchen. Ich wohne ganz normal in Berlin, identifiziere mich aber sehr stark mit meinem Herkunftsland und möchte eines Tages dort leben. Vieleicht klang das deswegen so, als würde ich da leben. Sorry dafür ;) ;) Hoff du bist nicht allzu enttäuscht ;)

    Liebe Grüße zurück :)

    • Annanikabu sagt:

      Vielen, vielen Dank für deine Antwort!
      Hach, du bist ja eine, jetzt bin ich doch noch gespannter.
      Wie meinst du das mit dem Bild von dir? Hab ich eins gemacht, auf dem du drauf bist? Kennen wir uns denn auch persönlich? Hach, ist das spannend! ;-)
      Ich dachte, dass du eine englische Tastatur hast, weil du immer „ue“ und nie „ü“ schreibst… :-)

      Auf jeden Fall find ich es super, wie du hier über dein Problem geschrieben hast und dass du so ehrlich bist und jetzt endlich eingesehen hast, dass du dich nur selber belogen hast.
      Ich hoffe, dass ich niemals in eine solche Situation kommen werde (aber ich glaub, dafür bin ich viel zu geizig!) Danke jedenfalls, dass du uns an deinen Gedanken teil haben lässt!
      Danke für deine Worte und danke, für deine immer wieder so tollen Kommentare!

Hinterlasse einen Kommentar zu Conny Antwort abbrechen