Studium – stumpfe Wissensabfrage vs. Verstehen von Zusammenhängen

Meine Lieben,

heute muss ich mal ein Thema ansprechen, was es sonst eher nicht auf meinem Blog gibt: Mein Studium Ich muss mir einfach gerade mal Luft machen und hoffe, dass es euch auch ein wenig interessiert und ihr mir vielleicht ein paar Tipps geben könnt, wie ich mich daran gewöhne, bzw. damit abfinden kann, wie es zur Zeit so abläuft.

Bisher war ich so naiv zu denken, Studium hätte etwas mit „verstehen“ und „anwenden können“ zu tun. Aber gestern abend wurde ich leider eines Besseren belehrt.

Erster Punkt: Ich hatte einen Kurs, der mir von Anfang an nicht so zugesagt hatte, von den Themen her und von der Art, wie es rübergebracht wurde. Leider haben die Dozenten einfach nur direkt von den Folien abgelesen und keinen sinnvollen Input gegeben, sodass es wirklich vertane Zeit war, die Vorlesungen zu besuchen.

Zweiter Punkt: In der letzen Vorlesung wurde eine Klausureingrenzung gegeben. Also Themen, die besonders wichtig sind, wurden noch einmal hervorgehoben und es wurden sogar Themen genannt, die nicht in der Klausur abgefragt werden sollten – Angeblich!In der Klausur kamen zu besagten Themen sogar ziemlich viele Fragen dran. Wieso macht man dann eine Eingrenzung?

Ein weiterer Punkt, der mich tierisch aufgeregt hat war, dass es einfach eine stumpfe Abfrage von Wissen war. Nichts da mit: „Zusammenhänge erklären“, „analysieren und beurteilen“, „eigenen Standpunkt wiedergeben“. Nein, es war wirklich nur stumpfes Abfragen nach Fachwörtern oder Fragen, die mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden sollten.

Da es mein erstes Semester ist und es zur Zeit alles nur Grundlagenkurse waren, hoffe ich, dass sich das Ganze noch ändert. Dass nur im ersten Semester so ein „Auskotzen von Wissen“ abgefragt wird. Aber was soll das? Ich frage mich, warum man im Studium sowas macht? Sollte es nicht so sein, dass Studenten Zusammenhänge erklären können sollten? Sollte es nicht eher eine bewusste Auseinandersetzung mit dem Problem sein und nicht einfach eine stumpfe Wiedergabe von auswendig gelernten Wörtern?

Geht es nur mir so, oder fragt ihr euch auch, was das soll? Solche Klausuren haben meiner Meinung nach nichts mit Studium zu tun! Ich bin wirklich gespannt auf eure Antworten und freue mich über Tipps und Tricks. Wie geht ihr mit sowas um? Findet ihr es ok, dass es so ist? Oder ist es bei euch an der Uni ganz anders?

DSCN2156

13 Comments

  • Martin sagt:

    Solche Klausuren haben nur einen Sinn: Sie wollen möglichst viele Studenten im ersten Semester aussieben! Erst ab dem dritten wird es besser und der Spaßfaktor kommt hinzu :)

    http://www.look-scout.de

    • Annanikabu sagt:

      Hmm… das macht einerseits Sinn aber ist auch ziemlich doof. Warum will man die aussieben, die nicht so gut auswendig lernen können? Das macht für mich wenig Sinn! Naja, ich warte mal die Ergebnisse ab und schau dann weiter.

  • Katharina sagt:

    Hey Anna, wollte mich hiermit mal für deinen lieben Kommentar bedanken :) Freut mich sehr, dass mein Blog Gefallen bei dir gefunden hat. Wünsche dir ebenso ein schönes Wochenende <3

  • dakidoo sagt:

    Da muss ich mal gleich nachhaken, was du studierst?
    Wenn es um trockene Theorien geht, macht es schon Sinn, dass man erst die Grundlagen merken muss und da gibt es noch keine Auswertungen und Interpretationen zum Thema. Wenn es Sachen sind, die man sich merkel soll, dann ist es eben so..
    ABER wenn es um nicht eindeutige Sachen geht, wie z.B. Kunst oder auch Politik u.ä., sollte es schon eine Möglichkeit geben, darüber diskutieren zu können..
    Ich kann dir nur eins für dein zukünftiges Studium mitgeben – es wird erst bei der Spezialisierung interessant. Bis dahin hat das Studium sehr viel Ähnlichkeit mit der Schule. Und das finde ich auch gut so, weil wenn es nur diskutiert und in Gruppen besprochen wird, wirst du nie zum Punkt kommen und kaum was lernen können.
    Auf jeden Fall, wünsche ich dir viel Durchhaltevermögen und viel Spaß! ;)

    • Annanikabu sagt:

      Vielen Dank für den ausfürhlichen und lieben Kommentar.
      Ich studiere Marketing und Kommunikation. Klar sind es im ersten Semester nur Grundlagen, aber ich hab mich einfach tierisch darüber aufgeregt.
      Durchhaltevermögen kann ich echt gut gebrauchen, bin jetzt schon an einem Tiefpunkt angekommen.
      Aber mal schauen, wie es weiter geht! ;-)

  • M. sagt:

    Hallo!
    Weißt du schon, welchen Beruf du danach ausüben willst?

    • Annanikabu sagt:

      Naja, ich arbeite nun ja schon seit 2010 im Sekretariat und werde mal schauen, ob ich dann hier im Unternehmen bleibe und ggf. einfach in ein Projektteam wechsle oder in die PR Abteilung. Aber das ist alles noch offen!

  • Es gibt immer wieder Sachen die dich während des Studiums aufregen werden! Ich denke mir bei meinem zB auch was BWL mit Grafik-Design zu tun hat? Aber ich nehme es einfach hin, schreibe die Prüfungen und gut ist, man kann ja eh nichts ändern :)

    Liebe Grüße,
    Verena von http://www.whoismocca.com

    PS: Bei mir kann man gerade einen Gutschein im Wert von € 100,- von sarenza.de gewinnen!

    • Annanikabu sagt:

      Danke für deine Meinung. Naja, ich will es aber nicht so einfach hinnehmen. Bin ja einer einer privaten Uni und bleche da nicht wenig Geld. Da möchte ich auch vernünftig unterrichtet werden!

  • bekleidet sagt:

    naja, ein studium hat eigentlich ein einziges Ziel: Lernen zu lernen. Den meisten Stoff brauchst du hinterher nicht mehr und das ist auch nicht der Sinn. Im Studium soll man lernen, selbst Inhalte zu erarbeiten und wissen wie man dazu vorgeht.
    wenn du wirklich was lernen willst, solltest du an eine Hochschule gehen, die sind um einiges praktischer.

    • Annanikabu sagt:

      Liebe Jana, vielen Dank für deinen Kommentar!
      Ja, vielleicht muss ich mich damit abfinden, dass ich es irgendwie anders erwartet hatte und muss mich nun anpassen.
      Das Problem ist, dass ich vollzeit arbeite und nur nebenbei studiere, da kann ich nicht so einfach wechseln.
      Habe eigentlich schon eine ganz gute „Schule“ gefunden, muss mich nur einfach daran gewöhnen, wie es abläuft und hoffe, dass es in den fortschreitenden Semestern anders wird!

  • Kann mich Martin oben nur anschließen. Ich habe an einer staatlichen Uni in Thüringen studiert (bin gerade fertig geworden) und dort ist „rausprüfen“ definitiv politisch gewollt: Im ersten Semester werden zu viele Studis reingelassen, weil das mehr Geld vom Land bedeutet. Später, wenn die Betreuung intensiver sein sollte, müssen die allerdings weg sein. So kommt es, dass es in manchen Studiengängen von über 600 am Ende nur etwa 130 schaffen. Kann aus den ersten Semestern inhaltlich alles bestätigen was du schreibst, aber es sollte eigentlich später besser werden.
    Ansonsten: Schöner Blog!

    • Annanikabu sagt:

      Huhu, danke für deinen Kommentar! Ja, das macht auch Sinn an einer staatlichen Uni, aber an einer privaten find ich das eher sinnlos.
      Ich zahle ja Geld dafür, dass ich da studieren darf und vom Land wird die Uni nicht unterstützt, soweit ich das weiß.
      Also eigentlich dürfte da nicht das Ziel sein auszusortieren. Wir sind in meinem Studiuengang nur 12 Leute! ;-)

Ich freue mich über jeden einzelnen Kommentar