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Brennerei Simon’s – Interview

+ Adventskalender Gewinnspiel

Ich schaue total gern „hinter die Kulissen“ und möchte euch hier und heute mitnehmen hinter die Kulissen eines Familienunternehmens, nämlich der „Brennerei Simon’s„. Eine Brennerei, die seit über 200 Jahren besteht und sich im Süden Deutschlands befindet. Ich habe ein Interview mit Severin, dem Brenner, Winzer und Chef der Brennerei geführt und dabei ein paar interessante Informationen für euch mitgebracht:

Wie lange besteht euer Familienunternehmen bereits und in wievielter Generation ist es nun?

Der Hof ist seit 1707 in Familienbesitz. Die Brennerei wurde 1879 von meinem UrUr-Großvater gegründet. Ich destilliere also in 5. Generation

Du bist selbst Winzer und Brenner – was genau sind deine Aufgaben? Erstellst du als „Chef“ überhaupt noch selbst die Produkte oder bist du eher für das Marketing und die Organisation im Hintergrund zuständig?

Wir sind eine ganz kleine Manufaktur. 1/4 Mitarbeiter, meine Frau und ich. Das bedeutet vom Brennmeister bis zum Hausmeister mache ich alles. Mein Schwerpunkt liegt aber tatsächlich in der Produktion und in der Hexenküche oder wie auch immer man die Arbeit nennen mag wenn wir uns Gedanken um ein neues Destillat machen.

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Wie viele Mitarbeiter sind bei euch beschäftigt?

Aktuell 1 Mann, Arbeit wäre aber für 3… doch das können wir uns noch nicht leisten.

Habt ihr auch Shops, die ihr beliefert oder werden die Produkte nur von euch direkt an den Endkunden per Onlineshop geliefert?

Wir haben selbst noch gar keinen Onlineshop. Wir möchten ganz bewußt mit dem Fachhandel bzw. Feinkostläden zusammenarbeiten. Ob wir das Konzept ohne eigenen Onlineshop allerdings aufrechterhalten können ist gerade eher kritisch zu sehen. Es läuft gerade bei Spirituosen unheimlich viel Online.

Wie viele verschiedene Produkte habt ihr im Sortiment?

Das schwankt tatsächlich ein bisschen (auch Jahreszeitenbedingt) aber wir liegen so zwischen 20-30 verschiedenen Destillaten.

Gibt es im Sommer andere Produkte, als im Winter?

Es gibt tatsächlich ein paar Liköre die wir nur in der Saison machen können. Wenn die getrunken sind gibt es erst im nächsten Jahr wieder Nachschub.

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Habt ihr ein Standardsortiment oder schaut ihr jedes Jahr wieder, was geerntet wird und entwickelt daraus neue Produkte?

Beides, es gibt ein Standartsortiment und wir sind parallel immer auf der Suche nach spannenden Rohstoffen für Neues oder auch Einmaliges.

Ich habe gelesen, dass ihr die Fässer aus dem Holz des anliegenden Waldes herstellt. Hat das Kostengründe oder wolltet ihr damit Regionalität stärken?

Kostengründe hat das ganz sicher keine, die kosten nämlich leicht das doppelte ;) Es geht wirklich um das Manufakturkonzept und die Alleinstellung mit den Zutaten aus der direkten Region.

Ich finde es klasse, dass ihr selbst anbaut! Wo baut ihr die Früchte/Korn für eure Wiskeys, Wodkas usw. an?

Die Streuobstwiesen liegen direkt um den Hof, die Felder für das Getreide sind auch noch in Steinwurfweite und das Holz zum Heizen der Destillen und für die Fässer wächst im eigenen Wald der den Hof umschließt. Es ist also wirklich alles von hier!

Wird die Ernte und die Pflege für die Felder von euch selbst übernommen oder wird das „outgesourced“?

Das mache ich selbst. Wir bauen zum Teil so rare und spezielle Getreidesorten an, die passen gar nicht in das „Konzept“ eines normalen Landwirts. (z.B. das Urkorn Emmer)

Kannst du im Allgemeinen etwas zu eurer Einstellung zum Thema Regionalität und Naturschutz sagen?

Wir arbeiten mit gesundem Menschenverstand, nach unserer Ansicht gibt es keine unbiologische Landwirtschaft. Es ist doch unser Boden von dem wir leben und den wir gern in mindestens dem gleichen Zustand an die nächste Generation weitergeben wollen. Wenn wir da etwas „kaputt“ machen schaden wir doch nur uns selbst oder unseren Kindern.

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Vielen Dank an Severin für das aufschlussreiche Interview. Und jetzt kommen wir noch zum absoluten Highlight dieses Posts (ihr habt es sicher schon im Titel gelesen) – es gibt noch ein Gewinnspiel! Ich nehme nämlich mit diesem Post am Blogger Adventskalender von C&B with Andrea teil und möchte einen meiner lieben Leser glücklich machen! ;-)

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Zu gewinnen gibt es einen leckeren Rum aus der Brennerei Simons mit einem passenden Glas in einem Gesamtwert von ca. 50,00 €.
Da es sich hierbei um Alkohol handelt, ist das Gewinnspiel nur an Personen über 18 Jahren gerichtet, versendet wird innerhalb Deutschlands und Österreichs. Alles, was ihr dafür tun müsst, ist: Erzählt mir in den Kommentaren, wie ihr Rum gern trinkt – in Cocktail, pur oder kennt ihr noch eine andere besondere Mischung, die ihr unbedingt mit uns teilen möchtet? Ich bin sehr gespannt! Das Gewinnspiel ist bereits beendet und gewonnen hat Julia K. – eine Mail ist bereits unterwegs zu dir!

Gestern gab es bei Sarah von Alles und Anderes etwas Leckeres zu gewinnen und morgen geht es dann bei Seija von Hey there Daisy – schaut unbedingt mal bei den anderen vorbei und versucht da auch euer Glück!

„Faire Fragen – Faire Antworten“ – Kaalee

Einen wunderschönen zweiten Advent und gleichzeitig auch Nikolaus wünsch ich euch!
Auch heute gibt es wieder ein „Faire Fragen – Faire Antworten“ Interview und weil heute wieder ein Adventssonttag ist auch ein dazu passendes Gewinnspiel für euch. Also viel Spaß beim Lesen und Entdecken eines super tollen Labels und vergesst nicht, unten beim Gewinnspiel euer Glück zu versuchen.

Heute erzählen Leela und Clarissa über die Entstehung von dem super tollen Schmucklabel Kaalee:

Wann wurde „Kaalee“ gegründet und wie fing alles an?
Leela: Eigentlich hat alles als Nähprojekt im Wohnzimmer mit Verkäufen über Dawanda begonnen. Sozusagen als Hobby. Als die Resonanz und das positive Feedback und die Nachfrage immer größer wurden sind wir auch dementsprechend gewachsen. Vom Wohnzimmer ins Atelier und kurze Zeit später in ein kleines Ladengeschäft mit Atelier.

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War „Kaalee“ bereits von Anfang an auf Nachhaltigkeit und faire Bedingungen spezialisiert, oder hat sich das erst mit der Zeit entwickelt?
Leela: Wir haben eigentlich von Beginn an darauf geachtet wo unsere Leder herkommen und zum Beispiel sehr viel Anillinleder verarbeitet, das frei von giftigem Chrom VI ist. Da wir alle Stücke selbst in unserer Werkstatt gefertigt haben konnten wir natürlich auch von Anfang an unter fairen Produktionsbedingungen arbeiten. Das Bewusstsein für eine ökologisch nachhaltige Lebensweise hat sich aber immer weiterentwickelt und wir haben viel dazu gelernt.

Wie kam es zu der „Upcycling Idee“ und woher kommen die Materialien, die zu dem hübschen Schmuck gemacht werden?
Leela: Über die Jahre haben wir alle Lederreste aufbewahrt, die beim Zuschneiden und Anfertigen der Taschen entstanden sind. Das sind wirklich Kleinstteile, die anders gar keine Verwendung mehr finden würden und für gewöhnlich im Abfall landen. Daher ist es auch eher ein Recyceln als ein Upcyceln. Wir haben oft überlegt und verschiedene Sachen ausprobiert wie wir diese Überbleibsel zu etwas Schönem weiterverarbeiten können woran man lange Freude hat. Ausgereift war die Idee dann letztes Jahr, so dass wir seitdem Ohrstecker, Ringe und Ketten mit Leder herstellen.

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Wie viele Leute sind an der Produktion der Schmuckstücke beteiligt?
Leela: An der Produktion sind wir eigentlich mehr alle beteiligt. Zuerst muss das Leder ja gestanzt oder für die Dreiecksketten zugeschnitten werden dann werden die Lederstücke in die Rohlinge eingesetzt, die Kettenbänder auf die richtige Länge gekürzt und zum Schluss wird der Schmuck auf die Pappen aufgezogen. An den verschiedenen Arbeitsschritten sind auch die drei Mädels, die vorne im Laden arbeiten, maßgeblich beteiligt – alle sind handwerklich geschickt .

Bemerkst du, dass sich der Markt  hinsichtlich der Bedingungen ändert? Also achten Kunden in letzter Zeit vermehrt darauf, was und wo eingekauft wird, unter welchen Bedingungen und aus welchem Material die Dinge hergestellt sind, die sie kaufen?
Clarissa: Definitiv ja. Es fragen schon mehr Kunden nach „Fair“ und sind auch interessiert wenn wir dann zum Beispiel neue Labens haben, die vegane Taschen also Taschen ohne Leder produzieren, die dennoch so Aussehen. Das Bewusstsein für nicht tierische Produkte auch in der Bekleidung und eine faire Herstellungsbedingungen ist, zum Glück auch durch die Präsenz der Thematik in den Medien, enorm gestiegen.

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Achtest du persönlich auch darauf Dinge wiederzuverwenden und nutzt zum Beispiel Kleidung nach dem Tragen als Putzlappen oder Ähnliches? Oder setzt du das im Alltag gar nicht um?
Clarissa: Auf jeden Fall setzten wir die nachhaltige Lebensweise auch im Alltag / Privatleben um. Ob jetzt bei der Plastikvermeidung oder dem Papierverbrauch im Büro. Wir achten darauf, dass Dinge weiter- oder wiederverwertet werden können. Ganz nach dem Prinzip „reduce, reuse recycle“

Gibt es noch etwas, das du meinen  interessierten Lesern mitgeben möchtest? Links zu guten Seiten, die du empfehlen kannst oder einfach einen Tipp, im Bezug auf Konsum, Nachhaltigkeit und Fair Fashion?
Clarissa: Die Seite von Utopia (utopia.de) finde ich super, da gibt es viele Tipps, die man auch im Alltag umsetzen kann, News zu Produkten und Herstellern…
Auf Green Friday lese ich auch schon lange, und ansonsten habe ich auch schon vieles auf Instagram entdeckt, vor allem interessante, nachhaltige Produkte und Tipps zu „Zero Waste“!

Danke an Leela und Clarissa für die Beantwortung meiner Fragen! Ich fand es mal wieder unheimlich spannend, hinter die Kulissen eines „fairen Labels“ zu schauen und einen Einblick in ihre Arbeit zu bekommen. Wie ist es mit euch?

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Wie versprochen, gibt es auch dieses Mal ein Gewinnspiel.

Gewinn: Der Gewinner / die Gewinnerin darf sich eine Kette oder ein Paar Ohrringe aus dem Onlineshop von Kaalee aussuchen!

Voraussetzungen: Du kommst aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz und bist über 18 Jahre alt (ansonsten benötige ich eine Einverständniserklärung deiner Eltern, solltest du gewinnen)

Aufgabe: Schaut euch im Onlineshop von Kaalee um und schreibt mir hier unter diesem Post, welches Teil ihr euch aussuchen würdet, wenn ihr gewinnt – dazu bitte eine gültige Emailadresse. Sicher würden Leela und Clarissa sich auch über ein Like bei Facebook freuen, das ist aber keine Voraussetzung für das Gewinnspiel! Ansonsten müsst ihr euch einfach nur selbst die Däumchen drücken – das Gewinnspiel läuft bis nächste Woche Sonntag (13.12.2015 09:30 Uhr morgens) und der Gewinner/die Gewinnerin wird direkt im nächsten Advents-Interviewpost veröffentlicht! Viel Glück!

Und zu guter Letzt verkündige ich die glückliche Gewinnerin des letzten Gewinnspiels: ein paar Schuhe von Muroexe darf sich die liebe Chiara aussuchen!