Schlagwort: Interview mit Bloggern

„What’s your Job, Vreeni?“

Huhu mein Hübschen,

lang lang ist es her – der letzte „What’s your Job?“ Post ging im Mai online und dann gab es eine kurze Sommer-Verschnauf-Pause.
Aber jetzt starten wir wieder voller Tatendrang und Elan in eine neue Runde „What’s your Job?“ mit der lieben Vreeni vom Blog „for the freak in you

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Werbung ist bunt – von den Ideen, bis zu den Leuten, hin zu den Kampagnen.
Alle arbeiten für den perfekten großen Auftritt. Damit der gelingt, sind in diesem Umfeld kaum Grenzen gesetzt, was die Wahl des optimalen Business-Outfits anbelangt. Individuell sind alle. Das ist wohl die einzige Regel, die hier zur befolgen ist.

Ich arbeite als…
Account Manager in einer Werbeagentur.

Wie ich zu diesem Beruf gekommen bin:
Schon im Grundschulzeugnis stand: Vreeni kommuniziert gern mit ihren Mitmenschen.
Beim Studium in Holland hieß es: Communicatie – das ist dein Baby.
Anschließend kam die Finanzkommunikation – big business.
Aber dann wollte ich es wissen: wie dreht sich dieses blingbling-Glitzer Rad der Werbung eigentlich?

Am meisten gefällt mir an meinem Beruf:
Die Abwechslung. Jeden Tag passiert was Neues. Und das Team-Gefühl. Ohne das funktioniert das Rad nicht.

Am meisten hat mich überrascht, dass…
…hinter dem ganzen blingbling knochenharte Arbeit mit wenig Glitzer, aber großartigen Menschen steckt.

Das rate ich allen die sich dafür interessieren:
Denkt gut darüber nach, ob ihr sehr viel Zeit mit eurem Job verbringen wollt. Nine-to-five gibt es selten. Dafür aber relaxtes Zusammensein um zwölf Uhr nachts, bevor man den Endspurt vor einer Präsentation antritt.

Ich würde nur tauschen mit:
Anna Wintour ;)

Meine goldene Outfitregel für meinen Job:
Trage das, was dich happy macht. UND: versuche Kaffe-Flecken zu vermeiden.

In dieser Situation lag ich klamottentechnisch mal voll daneben:
Daneben lag ich nicht. Nur konnte das Chiffon-Kleidchen nicht so gut mit den Wind-Böen umgehen. Somit begrüsste ich den Kunden mit meinen Kleid-Saum im Gesicht…

Ohne welchen Gegenstand könnte ich nicht arbeiten?
Meinem zauberhaften, wunderschönen iMac – tolles Teil.

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Danke liebe Vreeni, dass du ein bisschen aus dem Nähkästchen geplaudert hast!
Wenn du Blogger/in bist und auch mal ein wenig über deinen Job berichten möchtest, dann würd ich mich freuen, wenn du dich bei mir meldest! Diese Kategorie lebt von Interviews und die kommen nur zustande, wenn sich jemand dazu bereit erklärt – also los! Ich freu mich über jede Mail! ;-)

Übrigens hat Salo bei meinem Gewinnspiel den Liegestuhl von Bench gewonnen – die Mail ist bereits raus.
Aber seid nicht traurig, bereits diese Woche wird es ein weiteres Gewinnspiel geben! :-)

“What’s your Job, Josephine?”

Schande auf mein Haupt – da war ich Anfang März krank und hab einfach mal das „What’s your Job?“ – Interveiw ausgelassen. Gut, dass die liebe Ronja eine aufmerksame Leserin ist, und mich daran erinnert hat. Danke! <3 So gibt es nun also heute das März-"Whats you Job" Interview und in 2 Wochen gibt es direkt das nächste! :-) Da ich nur noch 3 Interviews im petto habe, hier noch einmal der Aufruf an alle Interessierten: Wenn ihr auch gern einmal etwas über euren Job erzählen möchtet, dann mailt mir oder schreibt mir einen Kommentar mit eurer Emailadresse, dann bekommt ihr alle Infos von mir zugesendet! Ich freue mich über neue Bewerbungen von euch und bin ganz gespannt! whatsyourjob

Heute erzählt die liebe Josephine von Bluetenstaub von ihrem Job als „freiberufliche Künstlerin

Was genau machst du eigentlich?

Offiziell studiere ich Politikwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften. Allerdings bin ich obendrauf seit ein paar Monaten freiberufliche Künstlerin. Vor ein paar Jahren hatte ich festgestellt, dass mir kreativ-künstlischere Sachen viel Spaß machen, besonders das Schreiben. So war mein erster Schritt, um Texte öffentlich zu machen, mein Blog. Anfang letzten Jahres kam ich dann zum Poetry Slam [Poetry Slam ist eine Art Literaturveranstaltung, ein Dichterwettstreit, in dem Poeten ihre selbst verfassten Texte vorlesen. Regeln gibt’s eigentlich keine, abgesehen von einem Zeitlimit (i.d.R. 6 Minuten) und der Requisitenverbot (keine Hilfsmittel/Kostüme)] und konnte so in verschiedenen Städten auftreten, das Land bereisen und wahnsinnig viele Erfahrungen sammeln. Mittlerweile bin ich Mitglied vom HALternativ e.V (Kulturverein), organisiere/koordiniere und moderiere Veranstaltungen, kümmere mich um eine Internetpräsenz und habe einen „Dichtungsring“ (und eine Lesebühne) ins Leben gerufen.

Was muss man dafür können?

Das Schönste an der Freiberuflichkeit sind auf jeden Fall die Vielzahl an Möglichkeiten, die ich habe. Auch, wenn ich gerade studiere, um später einen Notfallplan B zu haben: für die Freiberuflichkeit braucht man eigentlich keine Voraussetzungen, abgesehen von einer Anmeldung beim Finanzamt und der Fähigkeit, eine Steuererklärung zu machen. Letztendlich kommt es auf das eigene Können an, Schulabschlüsse und Noten sind unwichtig. Je nachdem, worauf man sich spezialisiert, ist es wichtig:

– empathisch zu sein und mit Menschen verhandeln zu können
– Kontaktfreudigkeit (viele Menschen kennenlernen und den Kontakt zu halten)
– sich selbst vermakten zu können (Zu wissen, wo die Stärken und Schwächen liegen und wie man sich/ seine Kunst entsprechend präsentiert)
– strukturiert und organisiert zu arbeiten (um nicht den Überblick zu verlieren und Prioritäten zu beachten)
– aus eigenem Antrieb arbeiten zu können (es schaut dir ja keiner über die Schulter, dass heißt, dass die Arbeitszeiten und –Intensivität ganz bei dir liegt)
– Herzblut, Herzblut und nochmal Herzblut. Der wichtigste Punkt von allen. Denn dann ist auch genug Ehrgeiz da und die Motivation, mal eine Nacht durchzuarbeiten, wenn es nötig ist.

So sieht Josephine auf der Bühne aus:
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Foto by: „Finn Latif Boode“ -Fotografie

Was sind deine genauen Aufgaben?

Der Großteil meiner Arbeit spielt sich direkt bei mir zuhause vorm Laptop ab. Ich buche, koordiniere und organisiere Veranstaltungen mit und betreue regionale Poeten – dazu muss viel Zeit in die einzelnen Absprachen mit Musikern/Künstlern und Co investiert werden.
Andere Aufgaben sind unter anderem: Kartenvorverkauf betreuen, Anfragen weiterleiten oder beantworten, auf die Deadline von Pressemitteilungen/Newsletter verweisen, Flyerverteilung und Werbung allgemein koordinieren, Kosten der Veranstaltung kalkulieren,… usw.

Essentiell ist natürlich auch das Verfassen von zukünftigen Slam-Texten, die ich meist als kreativen Ausgleich zur Organisations-/ und Betreuungsarbeit nutze. Das restliche Viertel meiner Arbeit spielt sich dann auf (den Bühnen von) Events ab- als Moderatorin einer Veranstaltung oder als auftretende Slammerin. Wenn ich auf Tour mit meinen Texten bin, nehme ich meinen Laptop nicht mit- genau für solche Zwecke habe ich die drei wichtigsten Gegenstände für meine Arbeit immer dabei:

– Meinen Terminkalender (ohne den wäre ich wirklich aufgeschmissen!),
– Mein Gedankenbuch (mit vielen Textideen oder Textüberarbeitungen) und natürlich
– Mein Handy, damit ich auch unterwegs schnell auf Anfragen antworten kann und mobil bleibe.

Foto (1)

Wie sieht dein Alltag aus und wie zufrieden bist du mit deinem Job?

Momentan bin ich sehr glücklich mit meiner Arbeit, da sie wahnsinnig vielseitig ist und es keinen geregelten Alltag gibt. Mal muss ich einen Slam-Text zu einem bestimmten Anlass schreiben und knie mich dann voll in das Schreiben rein, mal steht eine Moderation einer Veranstaltung an, wo ich mir noch kurz vorher überlegen muss, wie ich den Abend gestalte. Dann geht es um die Organisation einer Tour oder eines anderen Events und dann wird viel kommunikative Arbeit/Absprachen mit Menschen gefordert. Viele Dinge, wie z.B. Verhandlungen mit Firmen, lerne ich durch das Sammeln von Erfahrungen. An dieser Stelle muss ich auch wieder aufs Herzblut verweisen. Manchmal bemerke ich leichte Züge eines Workaholics an mir- denn komplett abschalten kann man eigentlich selten. Die Arbeit macht so Spaß, dass es mir kaum auffällt, wie oft ich mich damit beschäftige (und nebenbei studiere ich ja auch noch und muss zur Uni gehen/für Prüfungen lernen). Nur an Tagen, an denen dann auf einmal alles auf einmal passieren muss, kann es ganz schön stressig sein, alle Aufgaben zu koordinieren und dabei möglichst nichts vergessen (ein Hoch auf den Terminplaner!). Da kann es dann schon sein, dass ich 9 Stunden lang gearbeitet habe und anschließend in meiner „Freizeit“ nachts, vorm Schlafen gehen, noch einen Text schreibe oder mich um meinen Blog kümmere.

Langfristig gesehen will ich versuchen, meine Freiberuflichkeit weiter auszubauen und mich auf bestimmte Dinge stark zu fokussieren. Und dann, eines Tages… mal sehen. Kann ich vielleicht von meiner Freiberuflichkeit leben.