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„What’s your Job, Daniela?“

Huhu meine Lieben!

Wie gestern schon angekündigt, gibt es heute endlich wieder einen „What’s your job?“ Post.
Wer jetzt nur „Bahnhof“ versteht, klickt einmal genau hier und kann nachlesen, um was es sich handelt!
Ich freue mich, wie immer, über neue Bewerber/innen per Mail oder Kommentar und hoffe, dass das Projekt so noch ewig weiter gehen kann.

whatsyourjob

Heute erzählt uns die liebe Daniela ein wenig über ihren Beruf als Assistentin (was übrigens auch mein Job ist – und ich kann so einiges davon genauso unterschreiben!). Also, du hast das Wort, liebe Daniela:

„Hallo,
mein Name ist Daniela und wenn ich nicht blogge, dann arbeite ich als Assistentin.
Derzeit befinde ich mich in Karenz und stehe sozusagen in den Startlöchern, als „Wiedereinsteigerin“ in meinen alten Beruf zurück zu kehren. In diesem Beruf habe ich schon einige Höhen und verdammt viele Tiefen miterlebt, denn ich war relativ oft auf der Suche nach einem Job.
Erst als ich 40 kg Gewicht verloren hatte, fing auch in beruflichen Dingen, mein Glück (mehr oder weniger) an.
Büroleute und insbesondere Chefs sind verdammt oberflächliche Menschen und wenn man nicht dem allgemeinen Schönheitsideal entspricht, hat man in diesem Beruf teilweise schlechte Karten. Ich wurde in der Vergangenheit oft und viel gemobbt und habe deswegen oft meinen Job verloren oder mir von mir selbst aus was anderes gesucht. Ich konnte diesem oberflächlichen Leben einfach nicht gerecht werden und ihm viel abgewinnen. Seit ich abgenommen habe, konnte ich mich auch mental stärken und bin besser und zufriedener in meinem Beruf als ich es vorher war.

Ich hätte nie gedacht, dass einem ein Beruf, eine Branche oder eine Firma so verändern und manchmal auch kaputt machen kann.

Welchen Schulabschluss benötigt man für deinen Beruf?

Als ich selbst noch zur Schule ging, reichte für meinen Job schon ein Hauptschulabschluß. Inzwischen habe ich bemerkt, dass das allein gar nicht mehr reicht. Man hat Glück, wenn man ohne Abitur und Matura etwas bekommt und kann in so einem Fall nur mit Arbeitserfahrung punkten.
Die Ansprüche der Chefs oder bevorzugt Personalagenturen werden auch immer höher und so hörte ich mal von einer Dame bei der ich ein Vorstellungsgespräch hatte: Chefs suchen eine Assistentin, die Aussieht wie Claudia Schiffer, sich anzieht wie eine Bordsteinschwalbe, intelligent ist wie Albert Einstein, arbeitet wie ein Bauer und 1 Euro im Monat Brutto verdienen will.Das in etwas beschreibt diesen Job und die dazugehörigen Chefs ganz gut.

Muss man eine Ausbildung oder ein Studium machen, um deinen Beruf ausführen zu können?

Ach, das ist ganz unterschiedlich, denn ich habe auch schon Stellenanzeigen gesehen,
die ein Studium voraussetzen, was ich persönlich gar nicht für nötig halte.

Wieso übst du genau diesen Beruf aus?

Weil er mir Spaß macht! Das sag ich nicht nur so, das ist wirklich so. Ich organisiere gerne, führe gerne Listen und streiche diese Dinge von Listen wieder weg (das klingt wie ein neurotischer Spleen, wenn ich das so schreibe), ich erledige gerne Schreibdinge. Das ist einfach meines und da fühle ich mich auch wohl.

Bist du viel und oft mit Kunden in Kontakt oder arbeitest du eher zurückgezogen und in Ruhe?

Am meisten bin ich wohl mit dem Chef und Kollegen in Kontakt. Natürlich auch mit Besuch oder Kunden,
wenn denn ein Meeting, ein Seminar ohne ähnliches ansteht.

Gibt es einen täglichen Ablauf oder ist jeder Tag anders?

Außenstehende sagen, dass dieser Job langweilig ist und man eigentlich jeden Tag das gleiche macht und natürlich literweise Kaffee trinkt, aber das stimmt natürlich nicht. Selbstverständlich gibt es mal ruhige Tage, aber die meiste Zeit räumt man eigentlich seinem Chef und den Kollegen hinterher, ist ein bisschen Mädchen für alles (und muss auch alles können) und ist froh, wenn man mal 5 Minuten sitzen kann. Manchmal weiß man schon in der Mittagspause nicht, wo einem der Kopf steht. Man glaubt nicht wie viele Dinge in so einem Büro manchmal zu tun sind – besonders wenn man die Assistentin vom Chef ist.

Bist du angestellt oder selbstständig?

Ich arbeite als Angestellte in einem kleinen Büro.

Gibt es einen „Dresscode“ oder kannst du tragen, was du möchtest!?

Ich war schon in vielen Büros, in denen man „Büroklamotten“ tragen musste und ich habe es gehasst, weil ich immer das Gefühl habe, dass ich mich verkleiden muss, um arbeiten gehen zu können. Ich bin aber keine Person, die den Job gleich scheiße findet, nur weil sie einen Hosenanzug tragen muss. Natürlich ist es mir persönlich lieber, tragen zu können, was ich will, was dann dennoch immer bürotauglich ist. In dem Büro in dem ich jetzt arbeite (bzw. bald wieder arbeite, weil ich derzeit noch in Karenz bin), konnte ich bisher immer tragen, was ich will. Wie das jetzt aussieht weiß ich noch gar nicht, weil das Büro von einem Großkonzern aufgekauft wurde. Ich bin gespannt.

Was gefällt dir ganz besonders an deinem Beruf?

Dass ich nicht am Wochenende oder nicht Nacht arbeiten muss und dass ich dort einfach das machen kann, was mir Spaß macht. Natürlich habe ich einen Traumberuf, der nicht mein erlernter Beruf ist, dennoch gefällt mir was ich tue und das ist doch wichtig im Leben, dass man Dinge tut, die einem Spaß machen, oder?

Gibt es etwas, das dir an deinem Beruf gar nicht gefällt?

Das Mädchen für alles sein und manchmal hingestellt zu werden wie eine dumme Tippse. Jeder kennt ja die Vorurteile, dass man den ganzen Tag Kaffee trinkend und Nägel feilend vor dem PC sitzt und wartet, bis es Feierabend wird. Man wird schnell unterschätzt und konsequent als Dummchen hingestellt. Nicht jeder, der im Büro arbeitet ist dumm – klar gibt es die paar Ausnahmen, die das allgemeine Bild prägen und bestätigen, aber das trifft auf eine ganz kleine Menge zu. Der Rest muss wirklich viel tun, an alles denken und alles machen.“

Danke liebe Daniela für das Interview!
Ich hoffe, euch hat das heutige „What’s your Job?“ Interview auch so gut gefallen, wie mir?
Möchtet ihr morgen lieber ein Outfit oder einen Beautypost sehen/lesen?

„What’s your Job, Stefan?“

Wieder einmal hab ich es verpennt. Ich sollte mir einen lauten, schrillen Alarm in mein Handy speichern, damit ich jeden ersten Montag im Monat daran erinnert werde, das „What’s your Job?“ Interview zu veröffentlichen.

Dieses ist das vorletzte Interview, das ich noch in der Hinterhand hatte. Ich brauche also schnell Nachschub, sonst kann diese tolle und interessante Kategorie nicht weiter bestehen. Meldet euch doch bitte bei mir, wenn ihr mitmachen möchtet und ich gebe euch alle Informationen, die ihr dafür benötigt.
Wenn euch die Kategorie gut gefällt, würde ich mich freuen, wenn ihr auch auf eurem Blog dafür werbt (Ihr dürft dafür gern den Banner hier unten nutzen!). Jeder Blogger mit jedem erdenklichen Beruf darf sich gern bei mir melden! Ich freue mich auf eure Nachrichten!

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Heute gibt es eine kleine Premiere, denn das erste Mal hat sich ein männlicher Blogger dazu bereit erklärt über seinen Job zu erzählen.
Heute berichtet Stefan von Speedtutorial über seinen Beruf als Chemielaboranten:

„Vor meinem Realschulabschluss stellte ich mir, wie jeder andere die Frage – Was will ich werden oder machen? Ebenso einfallslos gestaltete sich meine Auswahl, denn Naturwissenschaften und Kunst waren beziehungsweise sind meine absolute Passion. Zwar wäre ich auch gern bei einem Magazin als Redakteur angefangen, da diese aber in der Regel höhere Abschlüsse verlangen, blieb dieser Wunsch auf der Strecke.

Nachdem ein paar Bewerbungen raus geschickt waren, einige wenige mit Absagen zurück kamen und noch weniger ohne Antwort blieben, kam die Einladung zum Vorstellungsgespräch.

Spulen wir nun etwas vor und kommen zum Ende meiner 3,5 jährigen Ausbildung zum Chemielaboranten. Diese konnte ich Anfang 2013 mit einer erfolgreichen Prüfung abschließen und mich seit dem auch als vollwertigen Chemielaboranten bezeichnen.

Nun war ich also am Ende der Ausbildung angekommen und hatte einen dieser „richtigen“ Jobs. Um euch gleich mal die Illusion zu nehmen – Nein, ich lasse nicht täglich irgendwelche wirren Gemische explodieren oder Ähnliches. Viel mehr achte ich in der Qualitätskontrolle eines mittelständigen Unternehmens in der Pharmazie auf die Qualität der angelieferten Ausgangsstoffe. Durch meinen Aufgabenbereich habe ich ein breites Spektrum an Aufgaben zu erfüllen, wodurch mein Alltag nie langweilig wird. Ich könnte natürlich ins Detail gehen, aber das würde wahrscheinlich den Rahmen sprengen und die Hälfte würde nur „Bahnhof“ verstehen. Deshalb würde ich nur so viel sagen, dass ich täglich vielfältige Analysenmethoden anwende, um eure Medizin auf einem gleichbleibenden Qualitätslevel zu halten.

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Einen kleinen Exkurs würde ich gern noch machen, denn innerhalb meines ersten Jahres als Laborant, habe ich zwischenzeitlich auch in einem Labor der Kosmetik-Industrie gearbeitet. Es war ein kleines Unternehmen, das nicht lange bestand, als ich eingestiegen bin. Genaueres darf ich aus meiner Verpflichtung zu schweigen leider nicht sagen. Was ich aber anmerken kann, wäre der große Unterschied in der Qualität der Arbeit. In der Pharmazie, in der ich auch ausgebildet wurde, ist Dokumentation das „A“ und „O“, in dem Kosmetik-Labor wurde diese eher lapidar gehandhabt. Trotzdem konnte ich viel wissenswertes mitnehmen. Gerade was Inhaltsstoffe, INCI-Listen usw. angeht, habe ich einiges an Wissen aufbauen können, was mich für den Blog natürlich teilweise auch weiter gebracht hat. So kann ich das ein oder andere mal mit einem etwas anderen Blick auf die Produkte schauen und sei es nur die Konsistenz, die ich etwas kritischer begutachte.

…und ich merke, es nimmt kein Ende. Tut mir total Leid. Falls ihr Fragen habt oder mehr von mir lesen wollte, könnt ihr natürlich gern bei mir vorbei schauen. Ich freue mich auf euch.

Liebe Grüße
Stefan von SpeedTutorial.de“

Danke an Stefan für den Einblick in den Beruf eines Chemielaboranten und den interessanten Vergleich der verschiedenen Branchen!