Schlagwort: Was machen Blogger beruflich

„What’s your Job, Steffi?“

Endlich ist es so weit – meine Reihe „What’s your Job?“ ist endlich wieder am Start und ab jetzt füttere ich euch jeden letzten Montag im Monat mit einem neuen spannenden Interview von Bloggern, die über ihren Beruf erzählen!

Steffi vom Blog Steffistraumzeit macht heute den „Neuanfang“ in meiner Interviewreihe. Auf ihrem Blog erzählt sie vom Reisen allein und möchte Mut machen, sich zu trauen, allein zu reisen. Außerdem hilft sie bei der Reiseplanung und gibt super Tipps zu tollen Reisezielen. Im „wahren Leben“ ist Steffi „Diplom Sozialpädagogin“ und davon wird sie heut ein bisschen erzählen:

Ich arbeite als Diplom Sozialpädagogin. Warum und wie ich auf die Idee kam, das weiß ich schon gar nicht mehr so richtig. Eigentlich wollte ich zur Polizei. Da dort aber wegen meiner Sehschwäche die Chancen von Anfang an schlechter waren, stand außer Frage das ich dann eben Sozialpädagogik studiere.

Das ist sie übrigens, die Steffi!

Das ist sie übrigens, die Steffi!

Studium.
Genau, Sozialpädagogik muss man studieren. Zu meiner Zeit gab es noch das Dipolom als Abschluss. Jetzt ist das mit Bachelor und Master alles ein wenig anders. Aber studieren musst Du immer noch. Ich wollte am liebsten weit weg von zu Hause in einer tollen Stadt studieren. Da mein Abi aber nicht so berühmt war, gab es leider nur eine Zusage und die kam aus meiner Heimatstadt.

Tolle Zeit.
Ich habe trotzdem studiert und es war eine richtig tolle Zeit. Durch verschiedene Praktika hat das Studium auch immer wieder praktische Anteile. Außerdem gibt es oft keinen sturen „Frontalunterricht“, sondern wir haben viel in Gruppenarbeiten gemacht. Das hat mir sehr gt gefallen. Am meisten gefällt mir an meinem Beruf, dass es so viele verschiedene Einsatzorte gibt. Im Studium schon kannst Du Dich auf eine Richtung spezialisieren, aber auch später immer wieder in unterschiedlichen Schwerpunkten arbeiten. Von der Arbeit mit Kleinkindern, Kindern Jugendlichen,Erwachsenen bis zu alten Menschen ist alles möglich. Ich habe während meines Studiums zum Beispiel in einem Übergangswohnheim für Haftentlassene ein Praktikum gemacht, ein weiteres bei der Jugendgerichtshilfe und in einem Drogenentzugsheim. Gearbeitet habe ich später in der Kinder­ und Jugendarbeit in der Gemeinde, in der Stadtteilarbeit in einem sozialen Brennpunkt und in einer Krippe.

Brennpunkt.
Am meisten Spaß hat mir die Arbeit im Brennpunkt gemacht. Dort haben wir eng mit einer Grundschule zusammengearbeitet und die Arbeit was sehr vielfältig und abwechslungsreich. Es gab sowohl Bildungs­, als auch Freizeitpädagogische Anteile und die Arbeit war jeden Tag anders und neu. Die Arbeit mit Menschen ist wundervoll, aufregend, anstrengend und jeden Tag neu. Du weißt vorher nie wie der Tag wird, denn Du weisst nicht, wie die Menschen mit denen Du arbeitest gelaunt sind.

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schwer und anstrengend.
Das macht es auch sehr schwer und anstrengend, denn manchmal saugen die Menschen Dich aus und nehmen Dir die letzte Energie. Immer wieder gibt es dann aber auch Erfolgserlebnisse, die Dich daran erinnern warum Du diese arbeitet machst und liebst. Je nachdem in welchem Bereich Du arbeitest und mit welchen Problemen und Aufgaben Du zu tun hast, ist es manchmal schwierig die Arbeit auf der Arbeit zu lassen. An manchen Tagen verfolgt Dich die Arbeit bis nach Hause. Das ist besonders als Berufseinsteiger nicht immer einfach. Es ist wichtig sich selbst abzugrenzen und seinen Weg zu finden abzuschalten. Ich habe mit der Zeit meine Methoden gefunden, die Tür zu schließen und die Arbeit von zu Hause fern zu halten. Das ist super wichtig um in diesem Beruf glücklich zu bleiben.

„Ohne welchen Gegenstand könntest du nicht arbeiten?“
Ohne Geduld, Selbstbewusstsein, Flexibilität, Einfühlungsvermögen, Selbstsicherheit, Kreativität, Durchhaltevermögen und Humor wäre dieser Job nicht machbar!

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Danke an Steffi für die ehrlichen Worte und den Einblick in den Beruf als Diplom Sozialpädagogin. Ich fand es unheimlich spannend, ein wenig hinter die Kulissen schauen zu können und hoffe, dass euch das Interview auch gefallen hat. Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, kann gern nochmal alle alten „What’s your Job?“ Interviews nachlesen oder meldet sich bei mir, um selbst einmal aus dem Job-Nähkästchen zu plaudern! Ich freu mich von euch zu hören!

„What’s your Job, Vreeni?“

Huhu mein Hübschen,

lang lang ist es her – der letzte „What’s your Job?“ Post ging im Mai online und dann gab es eine kurze Sommer-Verschnauf-Pause.
Aber jetzt starten wir wieder voller Tatendrang und Elan in eine neue Runde „What’s your Job?“ mit der lieben Vreeni vom Blog „for the freak in you

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Werbung ist bunt – von den Ideen, bis zu den Leuten, hin zu den Kampagnen.
Alle arbeiten für den perfekten großen Auftritt. Damit der gelingt, sind in diesem Umfeld kaum Grenzen gesetzt, was die Wahl des optimalen Business-Outfits anbelangt. Individuell sind alle. Das ist wohl die einzige Regel, die hier zur befolgen ist.

Ich arbeite als…
Account Manager in einer Werbeagentur.

Wie ich zu diesem Beruf gekommen bin:
Schon im Grundschulzeugnis stand: Vreeni kommuniziert gern mit ihren Mitmenschen.
Beim Studium in Holland hieß es: Communicatie – das ist dein Baby.
Anschließend kam die Finanzkommunikation – big business.
Aber dann wollte ich es wissen: wie dreht sich dieses blingbling-Glitzer Rad der Werbung eigentlich?

Am meisten gefällt mir an meinem Beruf:
Die Abwechslung. Jeden Tag passiert was Neues. Und das Team-Gefühl. Ohne das funktioniert das Rad nicht.

Am meisten hat mich überrascht, dass…
…hinter dem ganzen blingbling knochenharte Arbeit mit wenig Glitzer, aber großartigen Menschen steckt.

Das rate ich allen die sich dafür interessieren:
Denkt gut darüber nach, ob ihr sehr viel Zeit mit eurem Job verbringen wollt. Nine-to-five gibt es selten. Dafür aber relaxtes Zusammensein um zwölf Uhr nachts, bevor man den Endspurt vor einer Präsentation antritt.

Ich würde nur tauschen mit:
Anna Wintour ;)

Meine goldene Outfitregel für meinen Job:
Trage das, was dich happy macht. UND: versuche Kaffe-Flecken zu vermeiden.

In dieser Situation lag ich klamottentechnisch mal voll daneben:
Daneben lag ich nicht. Nur konnte das Chiffon-Kleidchen nicht so gut mit den Wind-Böen umgehen. Somit begrüsste ich den Kunden mit meinen Kleid-Saum im Gesicht…

Ohne welchen Gegenstand könnte ich nicht arbeiten?
Meinem zauberhaften, wunderschönen iMac – tolles Teil.

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Danke liebe Vreeni, dass du ein bisschen aus dem Nähkästchen geplaudert hast!
Wenn du Blogger/in bist und auch mal ein wenig über deinen Job berichten möchtest, dann würd ich mich freuen, wenn du dich bei mir meldest! Diese Kategorie lebt von Interviews und die kommen nur zustande, wenn sich jemand dazu bereit erklärt – also los! Ich freu mich über jede Mail! ;-)

Übrigens hat Salo bei meinem Gewinnspiel den Liegestuhl von Bench gewonnen – die Mail ist bereits raus.
Aber seid nicht traurig, bereits diese Woche wird es ein weiteres Gewinnspiel geben! :-)

„What’s your Job, Daniela?“

Huhu meine Lieben!

Wie gestern schon angekündigt, gibt es heute endlich wieder einen „What’s your job?“ Post.
Wer jetzt nur „Bahnhof“ versteht, klickt einmal genau hier und kann nachlesen, um was es sich handelt!
Ich freue mich, wie immer, über neue Bewerber/innen per Mail oder Kommentar und hoffe, dass das Projekt so noch ewig weiter gehen kann.

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Heute erzählt uns die liebe Daniela ein wenig über ihren Beruf als Assistentin (was übrigens auch mein Job ist – und ich kann so einiges davon genauso unterschreiben!). Also, du hast das Wort, liebe Daniela:

„Hallo,
mein Name ist Daniela und wenn ich nicht blogge, dann arbeite ich als Assistentin.
Derzeit befinde ich mich in Karenz und stehe sozusagen in den Startlöchern, als „Wiedereinsteigerin“ in meinen alten Beruf zurück zu kehren. In diesem Beruf habe ich schon einige Höhen und verdammt viele Tiefen miterlebt, denn ich war relativ oft auf der Suche nach einem Job.
Erst als ich 40 kg Gewicht verloren hatte, fing auch in beruflichen Dingen, mein Glück (mehr oder weniger) an.
Büroleute und insbesondere Chefs sind verdammt oberflächliche Menschen und wenn man nicht dem allgemeinen Schönheitsideal entspricht, hat man in diesem Beruf teilweise schlechte Karten. Ich wurde in der Vergangenheit oft und viel gemobbt und habe deswegen oft meinen Job verloren oder mir von mir selbst aus was anderes gesucht. Ich konnte diesem oberflächlichen Leben einfach nicht gerecht werden und ihm viel abgewinnen. Seit ich abgenommen habe, konnte ich mich auch mental stärken und bin besser und zufriedener in meinem Beruf als ich es vorher war.

Ich hätte nie gedacht, dass einem ein Beruf, eine Branche oder eine Firma so verändern und manchmal auch kaputt machen kann.

Welchen Schulabschluss benötigt man für deinen Beruf?

Als ich selbst noch zur Schule ging, reichte für meinen Job schon ein Hauptschulabschluß. Inzwischen habe ich bemerkt, dass das allein gar nicht mehr reicht. Man hat Glück, wenn man ohne Abitur und Matura etwas bekommt und kann in so einem Fall nur mit Arbeitserfahrung punkten.
Die Ansprüche der Chefs oder bevorzugt Personalagenturen werden auch immer höher und so hörte ich mal von einer Dame bei der ich ein Vorstellungsgespräch hatte: Chefs suchen eine Assistentin, die Aussieht wie Claudia Schiffer, sich anzieht wie eine Bordsteinschwalbe, intelligent ist wie Albert Einstein, arbeitet wie ein Bauer und 1 Euro im Monat Brutto verdienen will.Das in etwas beschreibt diesen Job und die dazugehörigen Chefs ganz gut.

Muss man eine Ausbildung oder ein Studium machen, um deinen Beruf ausführen zu können?

Ach, das ist ganz unterschiedlich, denn ich habe auch schon Stellenanzeigen gesehen,
die ein Studium voraussetzen, was ich persönlich gar nicht für nötig halte.

Wieso übst du genau diesen Beruf aus?

Weil er mir Spaß macht! Das sag ich nicht nur so, das ist wirklich so. Ich organisiere gerne, führe gerne Listen und streiche diese Dinge von Listen wieder weg (das klingt wie ein neurotischer Spleen, wenn ich das so schreibe), ich erledige gerne Schreibdinge. Das ist einfach meines und da fühle ich mich auch wohl.

Bist du viel und oft mit Kunden in Kontakt oder arbeitest du eher zurückgezogen und in Ruhe?

Am meisten bin ich wohl mit dem Chef und Kollegen in Kontakt. Natürlich auch mit Besuch oder Kunden,
wenn denn ein Meeting, ein Seminar ohne ähnliches ansteht.

Gibt es einen täglichen Ablauf oder ist jeder Tag anders?

Außenstehende sagen, dass dieser Job langweilig ist und man eigentlich jeden Tag das gleiche macht und natürlich literweise Kaffee trinkt, aber das stimmt natürlich nicht. Selbstverständlich gibt es mal ruhige Tage, aber die meiste Zeit räumt man eigentlich seinem Chef und den Kollegen hinterher, ist ein bisschen Mädchen für alles (und muss auch alles können) und ist froh, wenn man mal 5 Minuten sitzen kann. Manchmal weiß man schon in der Mittagspause nicht, wo einem der Kopf steht. Man glaubt nicht wie viele Dinge in so einem Büro manchmal zu tun sind – besonders wenn man die Assistentin vom Chef ist.

Bist du angestellt oder selbstständig?

Ich arbeite als Angestellte in einem kleinen Büro.

Gibt es einen „Dresscode“ oder kannst du tragen, was du möchtest!?

Ich war schon in vielen Büros, in denen man „Büroklamotten“ tragen musste und ich habe es gehasst, weil ich immer das Gefühl habe, dass ich mich verkleiden muss, um arbeiten gehen zu können. Ich bin aber keine Person, die den Job gleich scheiße findet, nur weil sie einen Hosenanzug tragen muss. Natürlich ist es mir persönlich lieber, tragen zu können, was ich will, was dann dennoch immer bürotauglich ist. In dem Büro in dem ich jetzt arbeite (bzw. bald wieder arbeite, weil ich derzeit noch in Karenz bin), konnte ich bisher immer tragen, was ich will. Wie das jetzt aussieht weiß ich noch gar nicht, weil das Büro von einem Großkonzern aufgekauft wurde. Ich bin gespannt.

Was gefällt dir ganz besonders an deinem Beruf?

Dass ich nicht am Wochenende oder nicht Nacht arbeiten muss und dass ich dort einfach das machen kann, was mir Spaß macht. Natürlich habe ich einen Traumberuf, der nicht mein erlernter Beruf ist, dennoch gefällt mir was ich tue und das ist doch wichtig im Leben, dass man Dinge tut, die einem Spaß machen, oder?

Gibt es etwas, das dir an deinem Beruf gar nicht gefällt?

Das Mädchen für alles sein und manchmal hingestellt zu werden wie eine dumme Tippse. Jeder kennt ja die Vorurteile, dass man den ganzen Tag Kaffee trinkend und Nägel feilend vor dem PC sitzt und wartet, bis es Feierabend wird. Man wird schnell unterschätzt und konsequent als Dummchen hingestellt. Nicht jeder, der im Büro arbeitet ist dumm – klar gibt es die paar Ausnahmen, die das allgemeine Bild prägen und bestätigen, aber das trifft auf eine ganz kleine Menge zu. Der Rest muss wirklich viel tun, an alles denken und alles machen.“

Danke liebe Daniela für das Interview!
Ich hoffe, euch hat das heutige „What’s your Job?“ Interview auch so gut gefallen, wie mir?
Möchtet ihr morgen lieber ein Outfit oder einen Beautypost sehen/lesen?

“What’s your Job, Josephine?”

Schande auf mein Haupt – da war ich Anfang März krank und hab einfach mal das „What’s your Job?“ – Interveiw ausgelassen. Gut, dass die liebe Ronja eine aufmerksame Leserin ist, und mich daran erinnert hat. Danke! <3 So gibt es nun also heute das März-"Whats you Job" Interview und in 2 Wochen gibt es direkt das nächste! :-) Da ich nur noch 3 Interviews im petto habe, hier noch einmal der Aufruf an alle Interessierten: Wenn ihr auch gern einmal etwas über euren Job erzählen möchtet, dann mailt mir oder schreibt mir einen Kommentar mit eurer Emailadresse, dann bekommt ihr alle Infos von mir zugesendet! Ich freue mich über neue Bewerbungen von euch und bin ganz gespannt! whatsyourjob

Heute erzählt die liebe Josephine von Bluetenstaub von ihrem Job als „freiberufliche Künstlerin

Was genau machst du eigentlich?

Offiziell studiere ich Politikwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften. Allerdings bin ich obendrauf seit ein paar Monaten freiberufliche Künstlerin. Vor ein paar Jahren hatte ich festgestellt, dass mir kreativ-künstlischere Sachen viel Spaß machen, besonders das Schreiben. So war mein erster Schritt, um Texte öffentlich zu machen, mein Blog. Anfang letzten Jahres kam ich dann zum Poetry Slam [Poetry Slam ist eine Art Literaturveranstaltung, ein Dichterwettstreit, in dem Poeten ihre selbst verfassten Texte vorlesen. Regeln gibt’s eigentlich keine, abgesehen von einem Zeitlimit (i.d.R. 6 Minuten) und der Requisitenverbot (keine Hilfsmittel/Kostüme)] und konnte so in verschiedenen Städten auftreten, das Land bereisen und wahnsinnig viele Erfahrungen sammeln. Mittlerweile bin ich Mitglied vom HALternativ e.V (Kulturverein), organisiere/koordiniere und moderiere Veranstaltungen, kümmere mich um eine Internetpräsenz und habe einen „Dichtungsring“ (und eine Lesebühne) ins Leben gerufen.

Was muss man dafür können?

Das Schönste an der Freiberuflichkeit sind auf jeden Fall die Vielzahl an Möglichkeiten, die ich habe. Auch, wenn ich gerade studiere, um später einen Notfallplan B zu haben: für die Freiberuflichkeit braucht man eigentlich keine Voraussetzungen, abgesehen von einer Anmeldung beim Finanzamt und der Fähigkeit, eine Steuererklärung zu machen. Letztendlich kommt es auf das eigene Können an, Schulabschlüsse und Noten sind unwichtig. Je nachdem, worauf man sich spezialisiert, ist es wichtig:

– empathisch zu sein und mit Menschen verhandeln zu können
– Kontaktfreudigkeit (viele Menschen kennenlernen und den Kontakt zu halten)
– sich selbst vermakten zu können (Zu wissen, wo die Stärken und Schwächen liegen und wie man sich/ seine Kunst entsprechend präsentiert)
– strukturiert und organisiert zu arbeiten (um nicht den Überblick zu verlieren und Prioritäten zu beachten)
– aus eigenem Antrieb arbeiten zu können (es schaut dir ja keiner über die Schulter, dass heißt, dass die Arbeitszeiten und –Intensivität ganz bei dir liegt)
– Herzblut, Herzblut und nochmal Herzblut. Der wichtigste Punkt von allen. Denn dann ist auch genug Ehrgeiz da und die Motivation, mal eine Nacht durchzuarbeiten, wenn es nötig ist.

So sieht Josephine auf der Bühne aus:
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Foto by: „Finn Latif Boode“ -Fotografie

Was sind deine genauen Aufgaben?

Der Großteil meiner Arbeit spielt sich direkt bei mir zuhause vorm Laptop ab. Ich buche, koordiniere und organisiere Veranstaltungen mit und betreue regionale Poeten – dazu muss viel Zeit in die einzelnen Absprachen mit Musikern/Künstlern und Co investiert werden.
Andere Aufgaben sind unter anderem: Kartenvorverkauf betreuen, Anfragen weiterleiten oder beantworten, auf die Deadline von Pressemitteilungen/Newsletter verweisen, Flyerverteilung und Werbung allgemein koordinieren, Kosten der Veranstaltung kalkulieren,… usw.

Essentiell ist natürlich auch das Verfassen von zukünftigen Slam-Texten, die ich meist als kreativen Ausgleich zur Organisations-/ und Betreuungsarbeit nutze. Das restliche Viertel meiner Arbeit spielt sich dann auf (den Bühnen von) Events ab- als Moderatorin einer Veranstaltung oder als auftretende Slammerin. Wenn ich auf Tour mit meinen Texten bin, nehme ich meinen Laptop nicht mit- genau für solche Zwecke habe ich die drei wichtigsten Gegenstände für meine Arbeit immer dabei:

– Meinen Terminkalender (ohne den wäre ich wirklich aufgeschmissen!),
– Mein Gedankenbuch (mit vielen Textideen oder Textüberarbeitungen) und natürlich
– Mein Handy, damit ich auch unterwegs schnell auf Anfragen antworten kann und mobil bleibe.

Foto (1)

Wie sieht dein Alltag aus und wie zufrieden bist du mit deinem Job?

Momentan bin ich sehr glücklich mit meiner Arbeit, da sie wahnsinnig vielseitig ist und es keinen geregelten Alltag gibt. Mal muss ich einen Slam-Text zu einem bestimmten Anlass schreiben und knie mich dann voll in das Schreiben rein, mal steht eine Moderation einer Veranstaltung an, wo ich mir noch kurz vorher überlegen muss, wie ich den Abend gestalte. Dann geht es um die Organisation einer Tour oder eines anderen Events und dann wird viel kommunikative Arbeit/Absprachen mit Menschen gefordert. Viele Dinge, wie z.B. Verhandlungen mit Firmen, lerne ich durch das Sammeln von Erfahrungen. An dieser Stelle muss ich auch wieder aufs Herzblut verweisen. Manchmal bemerke ich leichte Züge eines Workaholics an mir- denn komplett abschalten kann man eigentlich selten. Die Arbeit macht so Spaß, dass es mir kaum auffällt, wie oft ich mich damit beschäftige (und nebenbei studiere ich ja auch noch und muss zur Uni gehen/für Prüfungen lernen). Nur an Tagen, an denen dann auf einmal alles auf einmal passieren muss, kann es ganz schön stressig sein, alle Aufgaben zu koordinieren und dabei möglichst nichts vergessen (ein Hoch auf den Terminplaner!). Da kann es dann schon sein, dass ich 9 Stunden lang gearbeitet habe und anschließend in meiner „Freizeit“ nachts, vorm Schlafen gehen, noch einen Text schreibe oder mich um meinen Blog kümmere.

Langfristig gesehen will ich versuchen, meine Freiberuflichkeit weiter auszubauen und mich auf bestimmte Dinge stark zu fokussieren. Und dann, eines Tages… mal sehen. Kann ich vielleicht von meiner Freiberuflichkeit leben.

„What’s your Job, Meritt?“

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Mein Projekt „What’s your Job?“ hat im letzten Jahr begonnen und soll auch dieses Jahr weiter gehen. Ich hab ziemlich viel positives Feedback zu dieser Kategorie und den Interviews bekommen und möchte es so lange fortführen, bis niemand mehr mitmachen möchte! Also, wer Interesse hat, ein wenig über seinen Beruf
zu plaudern, meldet sich einfach bei mir! ;-)

Und da heute der erste Montag im Monat ist, könnt ihr wieder ein super interessantes Interview mit einer tollen Bloggerin lesen! Die liebe Meritt berichtet über ihren Job als Kommunikationsdesignerin .
Meritt, du hast das Wort:

„Wenn mich jemand fragt, was ich eigentlich mache, dann hat sich die Antwort „Irgendwas mit Medien“ herausgearbeitet. Eigentlich sau negativ, abgedroschen und ironisch… aber eigentlich kann man es nicht treffender beschreiben.

Ich bin angehende Kommunikationsdesignerin.
Angehend heißt, ja ich bin noch in der Ausbildung, lebe aber nen Alltag nah am Beruf. Mein Beruf geht in Studium und/oder Ausbildung. Ich habe mich für das „und“ entschieden.
Drei Jahre „Schule“ an der Deutschen Meisterschule für Mode in München und dann zwei Semester an der Uni für den Bachelor. Nach Vier Jahren hab ich somit also den Studienabschluss, genauso schnell wie jeder Student. Vorteil? Für die „Schule“ reicht der Realschulabschluss, so kommt man auch ohne Abi an den Bachelor da man genug Vorkenntnisse besitzt. Ich selbst habe die Fachgebundene Hochschulreife (13 Klasse FOS).

Die Pros einer/meiner Schule:
Ich bin hautnah am Geschehen. Praxisnäher als der Universität, Kontakte knüpfen erwünscht. Eine 40 Stunden Woche, bis 17 Uhr in der Regel, außer Freitag (okay ich geb zu, eine 38 Stunden Woche). Es gibt viel Selbstständigkeit, Eigenverantwortung wird groß geschrieben, reimgeschubst ins Geschehen, Projekte die auch mal langweilig sind, wie es eben später auch der Fall sein kann.
Größtes Plus: wir haben viele viele Realaufträge. Man bekommt die Arbeit mit dem Kunden sofort mit, es fühlt sich schon nach etwas ganz großem an. Und man sieht schnell was für Tücken im allseits beliebten „irgendwas mit Medien“ liegen.

Womit ich arbeite: Fünf Schubladen voll hier von:whats your job_Meritt_Kommunikationsdesignerin_1

Tricky:
Du kannst nicht machen was dir gefällt. Das gibt es ganz ganz selten, wir Designer arbeiten für Kunden und der Spielraum was eigene Ideen angeht recht beschränkt, ihr glaubt gar nicht wie anstrengend es ist zig verschiedene Wünsche umzusetzen (ein sehr gutes Beispiel wäre das Christopher Street Day Plakat für München). Ein kleines Komitee aus fünf Personen möchte nach Möglichkeit dass alle ihre Wünsche auf ein Plakat gequetscht werden. Und bitte ästhetisch. Und bitte auch noch größer. Und bitte mit Bild. Und Bunt. Und in Farbe. Und dabei nicht durchdrehen, ja? Der Beruf des Designers ist keine Romanze. Bei weitem nicht so chillig wie man es sich vorstellt und ganz und gar nicht einfach.

Kundenkontakt, ja, nein, vielleicht:
Also je nachdem wo ihr mal arbeitet ist der Kundenkontakt gigantisch oder eher bescheiden. Als Grafiker bei einer Zeitschrift arbeitest du mit zwei, drei Kollegen zusammen und hast keine Kunden, da du ja für die Zeitschrift arbeitest. In einer Werbeagentur hast du zum anderen schonmal ein größeres Team und wenn du etwas weiter oben mitmischst, auch direkten Kundenkontakt. Dafür aber auch nicht immer ein Wochenende und um 17 Uhr ist ganz sicher noch nicht Schluss.

Aufstiegsmöglichkeiten? Gar nicht bis hoch hinaus.
Wenn ich Grafiker werde etc. dann bleib ich das auch. Vielleicht werd ich mal Teamleiter, aber nur vielleicht, da Zeitschriften meist aus kleinen Teams bestehen. Möchte ich in die Agentur, hangele ich mich hoch… Graphiker, Teamleiter, Art Director, Creative Director… das dauert, das ist nicht einfach und das Leben bleibt hierbei manchmal auf der Strecke. (Achja, Reich wird man übrigens als Graphiker bei Weitem nicht, dass sollte man sich bewusst machen).

Und warum mach ich das Ganze?
Weil ich es liebe. Ich zeichne seit ich denken kann (ungelogen). In der Schule war mehr Zeichnen als lernen, mit dem Alter hat sich das zwar etwas verlaufen, dafür kam die Liebe zur Photographie. Also auf jeden Fall etwas kreatives. Und nachdem ich einen kleinen Fehltritt hatte weil ich dachte ich würde mit meinem Design Wunsch eh arbeitslos werden, hab ich mich getraut. Bin mir aber von Anfang an genau bewusst gewesen (und bin es immer noch) dass damit vermutlich nicht viel zu holen ist. Ich bereue trotzdem nichts. Wirklich nicht.

Ohne geht es leider nicht:
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Während andere sich diese Geräte anschaffen und es als Status Symbol ansehen, habe ich mir angewöhnt mich beim Anblick dieses Monstrums gleich zu rechtfertigen. Denn was macht dieses Ding bei einer Studentin die ständig über Geldsorgen klagt? Hoffentlich diese in Zukunft minimieren. Ohne Arbeitsgerät geht es nunmal leider nicht…

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So sieht das also dann in Benutzung aus. Ich hänge in komischen Klamotten mehr oder weniger die gesamte Zeit vor dem Ding herum. Yeahi. Natürlich arbeitet man vorher oft analog (grade in der Ausbildungsphase), einfach um unterschiedliche Herangehensweisen auszutesten. Aber am Ende landet man dann doch meistens wieder hier.

Und was ist faul an der ganzen Geschichte?
Es ist ein Beruf mit Ecken und Kanten. So ein Team in einer Agentur kann viele, viele Ellenbogen haben, gegen die man gewappnet sein sollte. Das kann einem aber wiederum überall anders auch passieren, also ne Faustformel gibt es dafür denke ich nicht. Man muss sich gegen viele kreative Leute durchsetzen und irgendwann akzeptieren dass es sicher immer jemanden gibt der irgendetwas besser kann als man selber. Das kann frustrieren, kann aber auch bereichern.

Wie wir rumlaufen…
Momentan siehst du uns aus 20 Metern Entfernung an was wir machen. Hüte, Brillen, ausgefallene Frisuren, Dutt, bunte Haare, 70er, 80er, Flohmarkt Klamotten. In einer Festanstellung könnte sich das ändern. Aber einen festen Dress­code gibt es eigentlich nicht.

Was ich nach meinem Abschluss dann mal genau machen möchte?
Vermutlich Grafikerin werden, ja… ich habe ja noch ein wenig Zeit mir darüber Gedanken zu machen in welche der vielen Bereiche ich gehen möchte. Mehr Computer, weniger Kundenkontakt, eher Ausland, eher Agentur, eher Zeitschrift, Team oder doch allein, Selbstständigkeit? Es gibt ziemlich viel zu tun dort draußen… auf jeden Fall irgendetwas mit Medien.

Wenn ihr ein wenig in meinen Alltag schnuppern wollt und um was sich meine Gedanken sonst noch so drehen, dann besucht mich auf meinem Blog.“

Ich hoffe, das Interview hat euch gefallen.
Wenn ihr mehr lesen möchtet, klickt einfach hier vorbei, da könnt ihr alle Interviews noch einmal nachlesen.
Ich wünsche euch einen schönen Montag und einen super Start in die neue Woche!